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Im Laufe der Jahre gab es immer wieder kuriose Fakten zur Sesamstraße, interessante Medienereignisse und spannende Hintergrundgeschichten. Auf dieser Seite sammel ich genau solche Dinge. Regelmäßig werde ich hier spannende Themen hinzufügen. Viel Spaß!

Du hast ein Thema, welches hier nicht fehlen sollte? Mail es mir gerne an: julian@sesamstrassen-fanclub.de

Was waren die nie ausgestrahlten Krisenspots?

Anfang 2004 wurden acht Spots von 1,5 Minuten Länge mit Anke Engelke, Samson und Finchen produziert, die damals im Rahmen des ARD-Morgenmagazins ausgestrahlt werden sollten, um Kindern auf einfühlsame Art Themen wie Kriege, Bombenexplosionen, Hochwasser usw. näherzubringen.

Die Spots wurden für Eltern und Kindergleichermaßen entwickelt. Anke als damals neue Sesamstraßen-Bewohnerin übernahm dabei die Rolle der Eltern. Sie war den Erwachsenen ebenso vertraut wie die Muppets den Kindern. Samson und Finchen vertraten mit ihren unterschiedlichen Charakteren die individuellen Reaktionen der Kinder. Mal gaben Samson und Finchen Verarbeitungsstrategien selbst vor und wurden dann von Anke mitfühlend unterstützt. Anke schlug aber auch ihrerseits Lösungsmöglichkeiten vor und half, mit der Verängstigung umzugehen. In den Spots wurde bewusst nicht versucht, Kindern die Ursachen von Krieg o. Ä. zu erklären. Vielmehr stand der Umgang mit ängstigenden oder verunsichernden Bildern im Vordergrund.

Die Spots wurden aus unbekannten Gründen jedoch leider nie im Fernsehen gezeigt.

 

Samson hat Angst vor Hochwasser.
Finchen hört von Erdbeben.
Samson hofft, dass der Krieg bald endet.

 

Mythos: Ist Herr von Bödefeld die einzige deutsche Puppe?

Dieses Gerücht hält sich hartnäckig. Immer wieder hört man bei Smalltalks unter Kollegen und liest sogar auf Nachrichtenseiten im Netz, dass Herr von Bödefeld (Foto links) die einzige deutsche Figur in der Sesamstraße war. Sogar in TV-Dokus wird es immer mal wieder so erwähnt. Doch was ist dran?

Nun, bis 1986 war das durchaus richtig und sorgte damals für viele Medienmeldungen. Peter Röders, der erste Puppenspieler von Samson, erfand und baute Ulli von Bödefeld. Sein Ansporn dafür war damals zum einen, dass die Amerikaner meinten, Deutsche könnten keine Puppen bauen. Zum anderen brauchte es einen Gegenspieler für Samson und Tiffy. Der Kult dieser Figur ist bis heute ungebrochen, obwohl sie zuletzt Mitte der 90er Jahre in Wiederholungsstaffeln im Ferrnsehen zu sehen war.

Doch in den Jahren 1986 bis 1990 hatte Tiffy plötzlich eine beste Freundin: Leonie Löwenzahn. Sie wurde von Winfried Debertin, welcher damals als zuständiger Redakteur für die Sendung arbeitete, erfunden und erbaut. Nach ihrem Ausscheiden aus der Sesamstraße ging die Karriere dieses Charakters erst so richtig los. Mit neuem Nachnamen und eigener Fernsehserie wurde Leonie Löwenherz dann so populär, dass ihre wenigen Auftritte in der Sesamstraße völlig in Vergessenheit gerieten. Dazu muss man aber auch wissen, dass die Folgen mit ihr nicht in derartiger TV-Präsenz liefen wie es bei Herrn von Bödefeld der Fall war. Dennoch: Leonie war kein US-Muppet und ist und bleibt eine deutsche Figur.

In den 90er Jahren ereignete sich ein weiteres Puppenphänomen in der Sesamstraße: in 20 Einspielfilmen um eine Busfamilie, in denen unter anderem Achim Hall mitspielte, sangen zwei vorwitzige Mäuse Lieder über das richtige Verhalten im Straßenverkehr. Anschließend wurden weitere 20 Clips mit ihnen produziert, in welchen sie im eigenen Studio eine Show namens "STOP" moderierten. Hier begrüßten sie sogar Samson als Stargast. Alle Clips liefen bis Ende der 90er Jahre in der Sesamstraße. Gebaut wurden die Figuren von Franz Auer, dem Puppenbetreuer der Sesamstraße. Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat produzierte in Zusammenarbeit mit dem NDR diese Reihe, die letztlich wieder eingestellt wurde, da die Amerikaner keine Fremdpuppen in einer deutschen Sesamstraßen-Produkion erlaubten. Dieses scheint jedoch erst später aufgefallen zu sein.

Leonie (links) war eine Schulfreundin von Tiffy.
Lustige Verkehrserziehung mit den Mäusen Bine und Kurt.

 

Der Diebstahl von Ernie und Bert

Während der Muppets-Ausstellung "Die Vision of Jim Henson", die in den 90er Jahren in verschiedenen Städten Deutschlands zu sehen war, wurden am 29. Januar 1996 im Erfurter Egapark die Original-Puppen Ernie und Bert gestohlen, was für ein großes Medienecho sorgte. Die zwei ca. 60 Zentimeter großen Stoffpuppen verschwanden plötzlich aus der Vitrine. Es wurde vermutet, dass die Täter einen Nachschlüssel für die Hallen hatten.

Der Wert der Figuren wurde versicherungstechnisch mit 180.000,- DM veranschlagt, wobei der eigentliche Wert unbezahlbar bei Unikaten ist. Denn es waren die Originale der allerersten US-Sesamstraßen-Folge aus dem Jahr 1969. Sogar Ernies Synchronsprecher Gerd Duwner schaltete sich damals in die Ermittlungen ein und machte einen Radioaufruf mit der Bitte, dass sich die Täter stellen und die Figuren zurückgeben sollten. 10.000,- DM Belohnung wurden versprochen.

Tatsächlich meldete sich ein Mann, der behauptete, die Figuren beschaffen zu können, aber selbst nicht der Täter sei. Er traf sich mit den Ermittlern in Weimar und übergab die Puppen in blauen Müllsäcken. Ein Unbekannter war der Mann für die Polizei zwar nicht, dennoch konnte man ihm nichts nachweisen und musste das Ermittlungsverfahren einstellen.

Die Wahrheit über den Brand des Sesamstraßen-Studios

Immer wieder liest man im Internet, dass das Studio der Sesamstraße in Hamburg-Wandsbek Ende der 80er abgebrannt sei und damit auch alle Puppen vernichtet worden wären. Hier wird es Zeit, an dieser Stelle einmal Aufllärung zu leisten. Ich hoffe, die folgenden Fakten und Belege anhand der Original-Zeitungsartikel helfen, den Mythos des Brandes zu entzaubern.

In den 80er Jahren teilten sich die Produktionen "Sesamstraße" und "Hallo Spencer" abwechselnd eine Studio-Halle. Die Dekorationen der gerade pausierenden Produktion lagerten dann stets in einer in Buxtehude liegenden Lagerhalle des NDR. Genau dort geschah Ende der 80er Jahre ein schlimmer Brand. Da zu diesem Zeitpunkt "Hallo Spencer" in Hamburg gedreht wurde, brannte die Kulisse der Sesamstraße in Buxtehude ab. Außerdem auch einige wenige Groß-Requisiten von "Hallo Spencer", wie das schon damals nicht mehr benötigte Bananamobil von "Max & Molli". Da der Brand 1988 geschah, wurden die bereits blau renovierte Küchenecke sowie alle weiteren Elemente der damaligen Sesamstraße zerstört. Puppen waren allerdings nie im Lager und sind somit auch nicht verbrannt.

Da ab 1989 bereits wieder gedreht werden sollte, nutze der NDR den Brand auch als Anlass, die Optik der Sesamstraße von Grund auf zu erneuern. Aus dem offenen Puppenhaus-Studio wurde ein moderner Innenhof mit viel Platz für neue Geschichten. Die Lizenz für die Puppe Herr von Bödefeld wurde übrigens nicht mehr verlängert, da man in der neuen Kulisse mit Rumpel im Fass und Buh im Baum Ideen für Charaktere hatte, die einen festen Wohnort im neuen Innenhof bekamen. Dass Samson und Tiffy dann ein wenig frischer aussahen lag daran, dass sie generell jedes Jahr damals zwischen den Produktionen in die USA geschickt und dort überholt und aufgefrischt wurden.

 

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