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Interview mit Norbert Schultze jr. vom 01.08.2012

Er führte in den ab 1977, bei den ersten deutschen Rahmenhandlungen, Regie und produzierte die Geschichten um Lilo Pulver, Henning Venske, Samson und Tiffy. Unvergessen ist Samsons Ruf zu Norbert, wenn die Bluebox gefragt war. Wir stellten dem Erfolgsregisseur einige Fragen!

In welchen Jahren genau waren für die Sesamstraße als Regisseur tätig und wie kam es dazu?

Das muss Ende der 70er gewesen sein, ich war zu der Zeit Geschäftsführer einer Studio Hamburg Tochter und wollte weg von Büro und Schreibtisch, zurück ins Studio.

Als die ersten Geschichten um Samson, Tiffy, Lilo und Henning gedreht wurden, waren die Erwartungen der Fans groß, da diese den US-Rahmengeschichten um Bibo und Oskar zunächst hinterher trauerten. Welche Vorgaben galt es zu erfüllen und wie hoch war der eigene Druck der Produktion, dass der Erfolg der Sendung trotz neuem Konzept und eigenen Geschichten erhalten bleibt?

Vor Produktionsbeginn gab es eine mehrere Wochen anhaltende Vorbereitungszeit mit Besuch in den USA bei Childrens Television, vielen Gesprächen und Anregungen, ein intensives Training in Bezug auf „Agieren mit Puppen“ etc. Da wurde nicht viel dem Zufall überlassen. Wir waren gut vorbereitet.

Gab es Vorgaben seitens des amerikanischen Lizentgebers bzgl. des Studio-Designs, welches bekanntermaßen mit Küchenecke, Rutschtreppe, Palmengarten etc. kreiert wurde?

Nein. Das war alles „Deutsche Kreativität“.

Von Peter Röders (Samson-Spieler) und vielen anderen Mitarbeitern der ersten Stunde hört man stets sehr viel Gutes über Sie, an welche Momente denken Sie besonders gerne zurück?

Das liegt ja schon ziemlich lange zurück, aber die Arbeit mit Lilo,Henning und den beiden Puppenspielern war schon toll. Wir haben über Samsons Tolpatschigkeit sehr gelacht.

Ein großer Bestandteil des Sendung in den ersten beiden Jahren der deutschen Rahmengeschichten war das Erklären der Fernsehtechnik und der offene Umgang mit der Bluebox, wie kam es dazu?

Mehr durch Zufall. Bei einer Probe sagte Samson mal: Norbert, mach doch mal Regen! Und da sagten wir uns, das ist gut, wenn wir die Zaubertechnik der Bluebox für die Kinder transparent machen.

In welcher Kulisse haben Sie am liebsten gedreht und wo weniger gern/oft?

Da gab es keine liebste Ecke.

Wie lange hat man im Durchschnitt für die Realisation einer Rahmengeschichte gebraucht, wie oft wurde geprobt und wie lief das Proben ab?

Naja, wir hatten noch richtig Zeit zum Proben. Ich glaube, wir haben mit einer Rahmenhandlung täglich angefangen. Das wurde dann von Jahr zu Jahr gesteigert. Die Proben waren immer Proben gleich mit Kameras, da die Einstellungen ja für die Puppenspieler wichtig waren. Bewegen sie mal eine Puppe ohne Unterleib (Tiffy) durch das Studio. Nicht leicht, aber machbar.

Wie groß war das Studio ungefähr?

Ich glaube so um die 600 Quadratmeter.

Wurde im Laufe der Jahre die Improvisation aufgrund strengerer Vorgaben des NDR weniger? Es hieß, Henning Venske musste letztlich deswegen gehen.

Nein, das stimmt so überhaupt nicht. Wir haben kaum improvisiert.

Können Sie nachempfinden, warum im Laufe der Jahre bis einschließlich 1983 die Stimmung während der Dreharbeiten mehr und mehr sank?

Das kann ich nachempfinden, möchte es aber nicht kommentieren.

Gab es Ersatzpuppen von Samson, Tiffy, Finchen und Herrn von Bödefeld?

Ja, für jede Puppe gab es Ersatz.

Wurden Geschichten auch geändert, weil die Puppen gewisse Dinge/Bewegungen nicht leisten konnten?

Manchmal ja. Aber nicht wesentlich, mehr angepasst.

Stehen Sie noch in Kontakt mit Schauspieler/Puppenspielern von damals?

Mit den Schauspielern und Gästen ja schon berufsbedingt. Mit den Puppenspielern leider überhaupt nicht mehr. Nur mit Peter Röders hatte ich Anfang der 80er Jahre noch Kontakt, als ich sein „Karlchen" – Vorstufe des Bödefeld – zu RTL holte.

Haben Sie den Werdegang der Sesamstraße nach Ihrem Ausscheiden weiterhin verfolgt?

Zu Anfang noch, dann jedoch nicht mehr. Andere Produktionen wurden für mich wichtiger.

Vielen Dank!

Foto: Norbert Schultze jr.

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