Sesamstrassen-Fanclub
  
  Sesamstrassen-Fanclub
  :: Home
.: Hauptseite

  :: Folgen

.: 1973 - 1989 UPDATE
.: 1990 - 1999
.: 2000 - 2011
.: 2012 - heute
.: TV-Specials
.: Filme
  :: Fanbereich
.: Gaststars
.: Cameos
.: Real-Geschichten
.: Puppkultur Podcast
.: Schrift-Interviews
.: Media-Interviews
.: Kurioses
.: Nummernclips
.: Ausstellungen
.: 50 Jahre Sesamstraße
.: Autogrammkarten
.: Autogrammfotos
.: Raritäten
.: andere Puppenserien
  :: Weiteres
.: über mich UPDATE
.: Kontakt
 
 
  :: [INTERVIEW]

Interview mit Vijak Bayani vom 11.12.2012

Von 1995 bis 2001 spielte die Schauspielerin Vijak Bayani die Rolle der Jivana in den deutschen Rahmenhandlungen der Sesamstraße. Uns gab sie ein nettes Interview anlässlich des 40. Geburtstags der Sendung.

Waren Sie als Kind selbst Fan der Sesamstraße?

Tatsächlich war ich bereits als Kind Fan der Sesamstraße. Es war die erste Sendung, die ich sehen durfte und ein Highlight des Tages, wenn ich mich um 18.00Uhr (damals!) mit meiner Mutter vor den BIldschirm setzen durfte. Nach der Sendezeit wurden Abendbrot und Zähneputzen eingerichtet... also, meine Sesamstraßen-Vergangenheit ist lang. Damals waren Lilo Pulver und Manfred Krug die menschlichen Charaktere.

Wie sah das Casting für die Sendung aus?

Das Casting 1994 war lustig und ich habe es aus Spaß mehrsprachig absolviert, in deutsch, englisch und französisch, mit Rumpel und Samson ein paar Szenen improvisiert und dann noch spontan gesungen und gesteppt, das hat die damaligen Produktionsleiter wohl sehr beeindruckt. Als die Zusage eine Woche später kam, dass ich die Jivana spielen würde, bin ich vor Freude durch die Wohnung gesprungen!

Jivana hat sich von der Rikschafahrerin zur Hotelbesitzerin entwickelt, welche Zeiten waren für Sie die schönsten?

Sowohl als Rikschafahrerin wie auch als Hotelbesitzerin hatte ich großen Spaß. Vielleicht als letztere etwas mehr, weil ich viele interessante Gäste begrüßen durfte (Nina Hagen, Jan Fedder, Jochen Busse u.v.m.). Außerdem war das Lenken meiner Rikscha nicht unkompliziert, da sie sehr schwer war. Einmal musste ich auch ins Krankenhaus, weil der Regisseur mir mit eben dieser über den Fuß gerollt ist.

Als 1999 die große Veränderung anstand und das Set rund um den Fahrradladen verschwand, gab es mit Nils und Caro neue Kollegen. Wie hat Ihnen diese Änderung gefallen?

Die Änderung mit Caro und Nils war ein Gewinn, weil der Gemüseladen, der Marktplatzflair und das Jugendliche mehr ins Spiel kam. Die Kollegen waren sehr angenehm und haben sich schnell ins Team eingepasst.

Haben Sie noch Kontakt zu alten Kollegen?

Diese sieben Jahre waren eine tolle Zeit und mit einigen Kollegen bin ich auch noch freundschaftlich verbunden, mit Achim Hall (Rumpel) sehr. Er ist einer meiner besten Freunde. Neunzig zusammen verbrachte Folgen haben uns zusammengeschweißt. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn die Deckenscheinwerfer des Ateliers, in dem wir drehten, waren höllisch warm. Oft kämpften wir, vor allem natürlich die Puppenspieler in ihren Kostümen, mit viel Wasser und Wechselwäsche gegen die Temperaturen an. Was sehr lustig war, als wir z.B. eine Winterfolge mit künstlichem Schnee drehten und dick eingemummelt mit Winterklamotten ständig den Schweiß abgetupft bekamen. Da war es angenehmer mit der Insel- Hawaii-Folge, in der ich mit Ananas auf dem Kopf Hula tanzte oder als Meerjungfrau unter Wasser schwamm!

Haben Sie in den Drehpausen auch selbst mal eine Figur auf die Hand genommen oder gar Samsons großes Kostüm anprobiert?

Da ich mit dem Rumpel-Darsteller und mit dem Samson-Darsteller schon damals ein Herz und eine Seele war, bin ich selbstverständlich sowohl in die Tonne als auch in das monitorbetriebene Riesenkostüm gestiegen. (Puh, Luft für fünf Minuten und spiegelverkehrtes Sehen, eine echte Herausforderung!) Die schönste Zeit war die der Live-Kinderfeste, die wir meist in dieser Dreier-Kombination bestritten. Diese Auftritte z. B. bei Kinderfesten in Mainz und Erfurt vor bis zu 30.000 Kindern waren phänomenal, anstrengend und uns als Team unglaublich zusammenschweißend. Bei der Heimkehr im Bus, erschöpft, heiser und mit Krämpfen in den Händen vom Autogramme Schreiben war ich immer glücklich und dankbar!

Hätten Sie gerne länger noch mitgespielt, bzw. wie kam es zum Ausstieg?

An die Sesamstraßen- Zeit habe ich sehr gute Erinnerungen, die Produktion war mehr als ein Arbeitsplatz, eher wie einen Familie, in der wir mit viel Freude etwas Gemeinsames für Kinder und mit Kindern erschaffen konnten. Die Zeit zu gehen war von mir frei gewählt und daher richtig, auch wenn mir der Abschied von dem fantastischen Team schwer fiel. Aber auf mich warteten neue Drehs und Herausforderungen und mich zog es in die nächsten Produktionen. Aber die Kontinuität über sieben Jahre und die Freundschaften, die dabei entstanden, sind in meinen 20 Arbeitsjahren unerreicht geblieben. Viva la Sesamstraße!

Was machen Sie heute?

Mittlerweile bin ich selbst Mutter von zwei Söhnen, 7 und 4 Jahre alt, habe nach 20 Theater- und Filmjahren erstmal pausiert, um mich um meine Jungs zu kümmern, und unterrichte im Moment hauptsächlich Atem, Stimme und Schauspiel und arbeite in Tonstudios als Sprecherin. Als Drehbuchautorin habe ich in der Sesamstraße übrigens auch mitgewirkt; die Folge "Pillen für Samson " beispielsweise stammt von mir.

Vielen Dank!

Sesamstrassen-Fanclub .: © 2004-2014 Sesamstraßen-Fanclub :.